Pfeifen im Ohr nach Festival oder Konzert? Nimm das Warnsignal ernst.

Ein Pfeifen, Rauschen oder dumpfes Gefühl nach dem Ausgehen zeigt, dass deine Ohren zu viel Lautstärke abbekommen haben. Manchmal verschwinden die Beschwerden nach einer Pause, wiederholte Belastung kann jedoch dauerhaft schaden. Hier erfährst du, was Tinnitus ist und wie du dein Gehör besser schützt.

Ein Klingeln im Ohr nennt man eigentlich „Tinnitus"

Was ist Tinnitus? Ob du den Begriff schon gehört hast oder nicht — die Chance ist groß, dass du es schon erlebt hast, vielleicht mehr als einmal. Und, hoffentlich nicht bei dir, leider auch täglich damit zu tun haben kannst.

Tinnitus bedeutet, Geräusche zu hören, die nicht da sind. Man nennt es auch Ohrenklingeln oder Phantomgeräusche. Klingt vielleicht beängstigend. Aber hattest du schon mal ein Klingeln in den Ohren nach dem Weggehen? Das ist auch eine Form von Tinnitus.

Wenn du zu lange lauten Geräuschen ausgesetzt bist, kann das dieses lästige Klingeln verursachen. Diese Form nennt man auch Disko-Tinnitus. Ein lustiger Begriff für ein gar nicht so lustiges Problem.

Zum Glück hat sich dein Gehör in den meisten Fällen nach einer Nacht Schlaf wieder erholt. Aber wenn du dich wiederholt und dauerhaft zu viel Lärm aussetzt, riskierst du anhaltende Beschwerden und Hörprobleme.

Wusstest du, dass einer von drei Erwachsenen im Alltag manchmal solche Hörprobleme erlebt? Sie nehmen einen klaren Ton im Ohr wahr, der mindestens einige Sekunden anhält. Macht einen wahnsinnig!

Zum Glück werden wir uns der Wirkung von zu viel Lärm immer bewusster. Gerade als junger Mensch willst du im Moment leben und dir keine Sorgen um morgen machen. Außerdem sind Festival-Ohrstöpsel noch nicht wirklich cool. Aber das ändern wir.

Bedeutung von Tinnitus

Tinnitus, auch Ohrenklingeln genannt, ist die Wahrnehmung eines anhaltenden Geräuschs ohne identifizierbare Schallquelle in der Umgebung. Tinnitus kann von Klingeln, Zischen, Pfeifen, Brummen oder Rauschen in einem oder beiden Ohren reichen.

Die Geräusche entstehen, weil das Hörorgan oder die Nervenbahnen — ohne dass tatsächlich ein Schall vorhanden ist — Signale weiterleiten, die im Gehirn die Bedeutung „Schall" bekommen. Meist wird das Geräusch wahrgenommen, wenn wenig oder keine Umgebungsgeräusche da sind, zum Beispiel vor dem Einschlafen.

Der Name kommt aus dem Lateinischen tinnitus aurium, was „das Klingeln der Ohren" bedeutet. Zunächst dachte man, die Ursache von Tinnitus läge im Hörorgan selbst. Aber die Ursachen können auch im Gehirn liegen: überaktive Bereiche des Hörgehirns geben dauerhaft Signale, während der Schall nicht mehr da ist.

Wer bekommt ein Klingeln?

Geschätzt leidet 1 von 10 Deutschen in größerem oder kleinerem Maße täglich an Tinnitus und muss damit umgehen lernen. Die Zahl der Menschen mit Tinnitus ist in den letzten Jahren gestiegen. Du kannst nicht vorher sagen, wer Tinnitus oder andere Hörschäden bekommt und wer nicht.

Wenn du dich regelmäßig zu viel Lärm aussetzt — wie bei Konzerten, in einem Club oder auf Festivals — erhöhst du das Risiko für Hörschäden. Auch Medikamenteneinnahme, Drogen, Alkohol, Stress und erblicher Hörverlust können ein Risiko bilden oder Beschwerden verschlimmern.

Was sind die Folgen eines Klingelns im Ohr?

Die Folgen von Tinnitus können sehr störend sein. Stell dir vor, dieser Klang, dieses Klingeln, das du dauernd hörst, lässt sich nie ausschalten. Mit einem Hörschaden nimmst du täglich in stärkerem oder schwächerem Maße ein Geräusch wahr, das nicht weggeht. Das hat große Folgen.

Du kannst mit Hörverlust konfrontiert werden, aber auch mit Schlaflosigkeit und Depressionen. Es führt außerdem zu emotionaler Belastung. Es macht dich unglaublich machtlos, was Wut, Trauer und Einsamkeit auslösen kann.

Wie klingt Tinnitus oder Ohrenklingeln?

Wie du Tinnitus erlebst, ist schwer zu sagen. Sicher ist: du hörst eine Art Geräusch, das eigentlich nicht da sein sollte. Dieses Geräusch kann sich auf verschiedene Arten zeigen: ein Pfeifen, Summen, Klingeln, Brummen oder etwas dazwischen.

Du leidest unter ständigem Klingeln, Zischen oder Tinnitus — was nun?

Erstens: belaste deine Ohren nicht mit noch mehr lauten Geräuschen, um Schlimmeres zu verhindern. Vereinbare einen Termin bei deinem Hausarzt. Er kann mit dir mitdenken und dich zum HNO überweisen. Dort wird untersucht, welche Beschwerden du hast, wo sie herkommen und wie sie eventuell behandelt werden können.

Quellen

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